TUMKolleg: Besuch der TUM school of social sciences and technology

Am zweiten Mittwoch unseres Studium Generale wurden uns die Pforten zur TUM School of social sciences and technology geöffnet, somit metaphorisch gesehen, die Verbindungstür zwischen unserem praktischen Schulalltag und der Theorie, die dahinter steckt.

Nach dem schweißtreibenden Aufstieg in den 6. Stock der Fakultät, haben wir dankbar die kurze Zeit nach der Begrüßung durch Dr. Karen Schmidt-Bäse und Miriam Degner, die Koordinatorinnen des TUMKollegs an der TUM, als kurze Erholungspause genutzt. Wir erhielten anschließend wichtige Informationen zu unserer Forschungsarbeit und zu unserem Auslandspraktikum. Außerdem wurden wir mit der Mensakarte ausgestattet, so dass es uns ab jetzt möglich ist die Uni-Mensa wie ein richtiger Student und eine richtige Studentin zu erobern.

Dann war auch schon der Startschuss zum ersten Vortrag, gehalten von Prof. Dr. Jenna Koenen, Leiterin der Professur der Didaktik der Chemie an der TUM. Prof. Koenen vermittelte uns anschaulich, wie viele verschiedene und vielfältige Fakultäten die TUM beherbergt und wie unglaublich stark die Universität von Veränderungen und Wandel mit der Zeit beeinflusst wird. So werden beispielsweise diverse Fachbereiche in den nächsten Jahren zu sieben „Schools“ zusammengelegt, um in Zukunft fächerübergreifende Zusammenarbeit und Austausch zu fördern und dadurch die Kommunikation und die Bildung weiter zu verbessern. Wir haben auch mehr über die ehemalige TUM School of education gelernt, die übrigens 2009 die erste Fakultät für Lehrerbildung und Bildungsforschung in Deutschland wurde, also ein richtiger Vorreiter im Themenbereich Bildungswissenschaften. Obwohl Bildungsforschung auf den ersten Blick abstrakt klingen mag, werden dabei auch „Experimente mit Menschen“ durchgeführt, ein Beispiel dafür? Die PISA-Studie, von der man vielleicht schon in der Schule gehört hat.

Grundsätzlich wird bei dieser Studie an drei Schwerpunkten gearbeitet: Learn (Untersuchung von Lernprozessen), Design (Gestaltung von Lernumgebungen) und Train (Aus- und Fortbildungen). „Train“ hat hier nichts mit dem englischen Wort für Züge zu tun, aber als nächstes haben wir unsere Gesichtszüge in einer kurzen Pause in Form von Porträtfotos für die TUMKolleg-Homepage verewigen lassen. Wie es so schön heißt, kommt nach dem Spaß das Vergnügen, welches sich in unserem Fall als der Vortrag über das Studieren an der TUM von Dr. Mirijam Uchronski, Mitarbeiterin der Studienberatung an der TUM,  herausgestellt hat. Neben der organisatorischen Struktur der TUM wissen wir nun auch, wie ein Studium aufgebaut ist, wo wir uns am besten informieren und beraten lassen können und was bei der Bewerbung für ein Studium wichtig ist. Kurzgesagt: Informationen, die den Einstieg in das Studium signifikant unterstützen und erleichtern. Wie das im „echten Studenten-Leben“ aussieht, wurde uns netterweise von Leonie Popken, einer Wirtschaftsinformatikstudentin, sehr lebensnah und aufgeweckt veranschaulicht. Dieser sehr persönliche Erfahrungsbericht hat uns wirklich motiviert und gezeigt, dass die eigene Einstellung ausschlaggebend und das Studium von Person zu Person sehr unterschiedlich sein kann.

Nach einer kurzen Pause, in der wir das neu Gelernte verarbeiten konnten, folgte die Einführung in die (vorher genannte) PISA-Studie durch Dr. Jennifer Diedrich, stellvertretende Leiterin am PISA National Center. Frau Dr. Diedrich erklärte uns die interessanten Testvorgänge der Studie, wie zum Beispiel mit Gewichtungen und Wahrscheinlichkeiten das Stichprobenverfahren angepasst wird. Dabei haben wir sehr erstaunliche Ergebnisse gesehen, zum Beispiel war besonders erschreckend, wie ungern deutsche Schülerinnen und Schüler lesen. Abschließend wurde der Vormittag mit einem Kahoot-Quiz abgerundet, sodass wir unser neues Wissen austesten und auf spielerische Weise wiederholen konnten. Somit hatte unsere Zeit in der TUM school of social sciences and technology ein sehr lustiges und nettes Ende, bei dem wir sogar als Preise PISA-Berichte der letzten Jahre gewinnen konnten.

Doch damit war das Programm des Tages noch lange nicht beendet! Jetzt aber erstmal zum Mittagessen in die Uni-Mensa, das wir nachdem wir das Zahlungssystem verstanden hatten, genießen konnten. Nach der einstündigen Mittagspause ging es durch das Campus-Gelände. Auch wenn die Fotos dabei wohl für sich sprechen, fassen wir unsere Eindrücke noch kurz zusammen:

Wir kommen von der Mensa in Richtung Audimax, wobei wir versuchen beim Reinschauen die dort stattfindende Klausur nicht zu stören. Danach geht es weiter durch eine gespendete Gangway des ehemaligen Flughafens Riem zu Laboren und Büros in der Elektrotechnik, bei denen wir teilweise auch „Mäuschen spielen“ durften. Auf dem Weg zurück treffen wir auf die schönen bunten Glasfenster, die die 1% Kunstanteil an öffentlichen Gebäuden ausmachen. Abschließend aktivieren wir mit einem QR-Code die Rücklichter eines halben, in der Wand steckenden Autos, dessen andere Hälfte zur Forschung genutzt wird und bestaunen ein eingestelltes Experiment zur Hochspannung auf dem Dach des Gebäudes.
 

Der Tag war unglaublich interessant. Viele neue Eindrücke konnten wir gewinnen!
Herzlichen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TUM, die diesen Tag für uns gestaltet haben.
 

Marie-Louise Neumann, Enno von Nussbaum, Magdalena Wieser
(Fotos von Jakob Klinger)