TUMKolleg im Klinikum Rechts der Isar

Diesen Mittwoch lag der Fokus sehr stark auf dem Praktischen. Beim Besuch des Klinikums rechts der Isar durften wir bei Operationen und einer Endoskopie mit dabei sein, während uns die Ärzte den medizinischen Hintergrund der jeweiligen Maßnahme erklärten.

Um zu verstehen, wie die Feststellung eines Tumors aussehen kann, ließ uns eine Ärztin bei der Endoskopie, der Magenspiegelung, eines Patienten beiwohnen. Durch die Videoübertragung einer Kamera, die über die Speiseröhre in den Magen eingeführt wurde, konnten wir Merkmale eines Tumors identifizieren.

Anschließend begaben wir uns mit Doktor Neumann in den Operationstrakt der Universitätsklinik und hatten die einmalige Möglichkeit, einem Chirurgen beim Entfernen eines Tumors im Magen eines Patienten über die Schulter zu schauen. Zuvor zogen wir uns noch Operationsbekleidung sowie einen Haar- und Mundschutz und desinfizierten unsere Hände, um das Kontaminationsrisiko zu vermindern. Der Chirurg erklärte uns, dass aufgrund der schweren Erkrankung der Magen herausoperiert werden muss, es in der modernen Medizin aber Wege gibt, wie trotz eines fehlenden Organs ein nicht zu stark beeinträchtigtes Leben geführt werden kann. Statt einfach nur den Tumor zu entfernen, operierte der Chirurg zusätzlich einen Teil des Darms des Patienten an den Rest des Magens, um dennoch Nahrungsaufnahme zu ermöglichen.

Beim dritten Programmpunkt des Tages, dem Besuch des Forschungslabors des Klinikums, erfuhren wir von der Geschichte der Tumorbehandlung. In der Antike hielten Ärzte Krebsgeschwüre für Parasiten, die sich im menschlichen Körper einnisten und diesem schaden. Erst später stellten Wissenschaftler fest, dass es sich bei Tumoren um Zellen handelt, deren Erbgut bei einer fehlgeschlagenen Zellteilung beschädigt wurde. Das Labor, welches auch schon in der Vergangenheit viele Forschungsarbeiten des TUMKollegs ermöglicht hat, arbeitet an neuen Krebstherapiemethoden. Dabei beschäftigen sich die Wissenschaftler verschiedener Disziplinen mit der Interaktion des Immunsystems mit einem Tumor. Nicht nur Ärzte, sondern auch Biologen, Physiker und Informatiker forschen gemeinsam an Wegen, das Immunsystem gegen Krebszellen vorgehen zu lassen.

Andere Gruppen widmeten sich auch im Labor dem Praktischen und beschäftigten sich mit der Mikroskopie von Pankreaszellen, also Bauchspeicheldrüsenzellen. Die Zellen stammten von Mäusen, die für die Krebsforschung gehalten wird. Diese Tierversuche sind rechtlich verpflichtend bevor ein neues Medikament an Menschen getestet wird. Die Forscher bemühen sich jedoch immer mehr, diese Experimente auf ein Minimum zu beschränken und arbeiten stattdessen mit moderneren Lösungen wie eigenständigen Zellkulturen.

Neben den vielen neu erlangten medizinischen Erkenntnissen lernten wir darüber hinaus Teile des Klinikums kennen, die sonst dem Personal vorbehalten sind. Unter dem öffentlich zugänglichem Teil gibt beispielsweise es viele unterirdische Kellerbereiche, in welchen sich die Umkleiden der Ärzte befinden und das benötigte Zubehör für medizinische Behandlung transportiert wird.

Der Tag an der Universitätsklinik war sehr lehrreich und inspirierte zahlreiche Ideen für neue Forschungsarbeiten im Fachbereich Medizin.

Amelie und Lena