Frankreichaustausch mit Clermont l’Hérault

Nach kurzer Pause konnten wir in diesem Jahr den traditionsreichen Austausch mit dem Lycée René Gosse in unserer Partnergemeinde Clermont l’Hérault wieder aufnehmen, sodass diesmal sogar zwei Austauschmöglichkeiten angeboten werden konnten.

Parallel zu dem Austausch mit der Partnerschule in Paulhan war so eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen vom 16. bis 22. März im nur 15 km entfernten Clermont l’Hérault.

Donnerstag, 15. März

Am Mittwoch, den 14.3., trafen wir uns um 21 Uhr am Busparkplatz der Schule, um von dort aus in unseren Bus nach Frankreich zu steigen. Nach einer langen Nacht und einigen Pausen zwischendurch erreichten wir am nächsten Morgen Frankreich. Bevor es zu unseren Gastfamilien ging, besichtigten wir Aigues-Mortes in der Camargue. Die mittelalterliche Stadt ist von einer hohen Stadtmauer umgeben, auf welcher man den Ort umrunden kann. Das Wetter war super und wir hatten einen sehr schönen Blick bis zum Meer und den Salinen. Der Name der Stadt bedeutet „totes Wasser“, da an dem Ort früher Sümpfe waren, in welchen viele Menschen gestorben sind. Nach unserem Aufenthalt in Aigues-Mortes fuhren wir zur Küste in den Strandort Le Grau du Roi, wo wir für etwa eine Stunde in der Sonne am Strand spazieren gehen konnten, was viel Spaß gemacht hat. Danach stiegen wir wieder in den Bus und kamen um 17 Uhr in Clermont l’Herault an, wo wir endlich unsere Austauschschüler trafen. Den restlichen Abend verbrachten wir in unseren Gastfamlien und lernten unsere Austauschpartner und ihre Familien kennen.

Sophia Kremser, Sabrina Schlichtling (10c) und Aoife Henneke (10d)

Montag, 19. März

Am Montag mussten wir alle früh aufstehen, um mit unseren Austauschpartnern zur Schule zu gehen und sie in ihren jeweiligen Unterricht zu begleiten. Nach dem Schulvormittag am Lycée René Gosse hatten wir Deutschen dann allerdings schon wieder Schulschluss und unser Bus hat uns nach Saint-Guilhem-le-Désert, einem beliebten Wallfahrtsort westlich von Montpellier, gebracht. Auf dem Weg dahin konnten wir viel von der südfranzösischen Landschaft sehen und sind am beeindruckenden Pont du Diable (deutsch: Teufelsbrücke), der Teil des Weltkulturerbes der UNESCO ist, vorbeigekommen. In Saint-Guilhem sind wir durch kleine Gassen zum Zentrum des mittelalterlichen Ortes gelaufen, einem relativ großen Platz vor einer Abteikirche, die im Rahmen des Jakobsweges ebenfalls im Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Die Kirche ist sehr prächtig und verfügt über eine Krypta, die man ebenfalls besichtigen kann. An die Kirche schließt sich ein kleiner Garten und ein Kreuzgang an, der teilweise wiederhergestellt wurde. Nach der Besichtigung der Kirche hatten wir erst einmal eine kurze Pause, in der man sich ein wenig umschauen oder etwas zum Essen in den umliegenden Geschäften in der Nähe des Platzes kaufen konnte. Als wir uns alle wieder zusammengefunden hatten, einigten wir uns darauf, in den angelegenen Bergen noch eine kleine Wanderung zu machen. Nach etwa einer halben Stunde Gehzeit hatte man eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge und wir haben alle ein Picknick gemacht, bevor es dann wieder zum Abstieg ging. Passend zum Schulschluss der Franzosen um 17 Uhr kamen wir wieder in Clermont-l’Hérault an und hatten den Rest des Tages zur freien Verfügung.

Hannah Cosfeld (10b)

Dienstag, 20. März

Am Dienstag sind wir in der Früh mit unseren Austauschschüler/-innen an den Bahnhof von Clermont l‘Hérault gekommen. Während sie weiter in die Schule gingen, haben wir uns versammelt, sodass wir uns in einem kleinen Bus mit unseren Begleitpersonen auf den Weg nach Loupian machen konnten. Dort haben wir das archäologische Museum „Villa Loupian“ besichtigt. Dabei handelt es sich um eine alte galloromanische Villa aus dem 5. Jahrhundert n. Chr, die zu einem großen landwirtschaftlichen Betrieb gehörte und wo noch viele farbige Mosaiken zu sehen sind. Anschließend sind wir nach Sète gefahren, das wegen seiner vielen Kanäle als „Venedig des Languedoc“ gilt. Dort waren wir in der Markthalle – diese sind typisch für Frankreich – in der man Obst, Gemüse, verschiedene Gebäcke und vor allem Fisch und Meerestiere kaufen konnte. Einige von uns haben Seeigel und Austern probiert, dabei waren die Reaktionen auf diese Spezialitäten sehr unterschiedlich…
Anschließend sind wir auf den Mont Saint Clair gefahren, der zu Sète gehört und von wo aus man einen guten Ausblick hat auf das Meer, den Étang de Thau, wo Austern gezüchtet werden und den schmalen Landstreifen zwischen den beiden Gewässern, auf dem sich der Strand von Sète befindet. Dort sind wir nach den vielen Eindrücken dann zum Abschluss endlich noch hingefahren. Trotz des kräftigen Windes war unser Tag, da immer die Sonne schien, im Gesamtbild ein voller Erfolg mit einem schönen Abschluss.

Luca Rarack (9c)


Mittwoch, 21. März

Am Mittwoch ging es mit einer Tour durch Clermont l’Hérault weiter, bei der wir Folgendes erfahren haben. Der Name stammt von dem im Süden liegenden Berg (klarer Berg/ clair-mont) und dem nahe fließenden Fluss (l’Hérault). In der Zeit der Römer haben sich dort fünf römische Straßen gekreuzt, wodurch sich die Stadt gebildet hat, die von einer großen Stadtmauer umringt wurde. In der Nähe der Stadtmauer liegt die Kirche Saint-Paul, die in Kriegszeiten der Verteidigung diente. Lange Zeit war die Tuchproduktion ein wichtiges Exportmittel für Clermont l’Hérault. Für diese war der kleine Bach Rhônel sehr wichtig, weil das klare Wasser zum Waschen und Einfärben der Stoffe gebraucht wurde. Die Stoffe wurden erst mit dem Zug, dann mit Bussen durch ganz Europa exportiert. Bis heute ist Clermont l’Hérault zusätzlich ein wichtiges Anbaugebiet für Wein. Auf der Hauptstraße, die nach dem Wissenschaftler und Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung, René Gosse benannt wurde, findet bis heute jeden Mittwoch ein Markt statt, auf dem wir noch ein wenig bummeln konnten, bevor wir gemeinsam mit unseren Austauschpartnern von dem Bürgermeister im Rathaus sehr freundlich empfangen wurden. Da am Mittwochnachmittag in Frankreich kein Unterricht stattfindet, hatten einen freien Nachmittag mit unseren Austauschpartnern/innen, bevor es abends noch zur gelungenen Abschiedsfeier in die Schule ging.

Salome Tittel und Anna Yao (9e)

Donnerstag, 22. März

Am Donnerstag, unserem letzten Tag in Frankreich, haben wir vormittags die Oliven-Kooperative von Clermont l'Hérault besichtigt, wo wir erfahren haben, wie Olivenöl hergestellt wird, und verschiedene Öle probieren konnten. Im gegenüberliegenden Verkaufsraum für diverse Olivenprodukte konnten wir dann noch die letzten Mitbringsel besorgen. Mittags haben wir uns mit unseren Austauschpartnern in deren Pause getroffen und sind alle zusammen noch etwas essen gegangen, bevor wir uns schließlich Busbahnhof leider von ihnen verabschieden mussten, um uns auf den Heimweg zu machen. Nachdem wir die andere Austauschgruppe in Paulhan abgeholt haben, haben wir noch einen letzten Zwischenstopp in Nîmes gemacht, wo wir uns die Arènes de Nîmes, ein römisches Amphitheater angeschaut und zu Abend gegessen haben, bevor wir dann schließlich nach Hause gefahren sind.
Wir freuen uns schon auf Oktober, wenn die Franzosen zu uns nach Gauting kommen.

Maximilian Eitelwein (9d)