„Lesen stärkt die Seele.“ (Voltaire)

Vorlesewettbewerb 2022

Dieses Zitat des französischen Philosophen Voltaire könnte ein sinnvoller Ratschlag in unserer an Krisen nicht gerade armen Zeit sein, zumal heutzutage das Lesen bzw. das Vorlesen häufig zu kurz kommt, wie der „Vorlesemonitor 2022“ zeigt. Dabei handelt sich um eine Bildungsstudie der Stiftung Lesen, der „Zeit“ und der Deutsche Bahn Stiftung – unterstützt vom Bundesbildungsministerium. Für den „Vorlesemonitor 2022“ wurde die Vorlesepraxis in Familien mit Kindern im Alter von ein bis acht Jahren untersucht. Nahezu 40 Prozent dieser Bezugsgruppe wird demnach selten oder nie vorgelesen. Eine umso wichtigere Rolle kommt der Leseförderung an den Schulen zu, die auch am Otto-von-Taube-Gymnasium seit Jahren Tradition hat.

Am 9. Dezember war es daher wieder so weit: Bereits in der Pause versammelte sich eine große Zahl aufgeregter Sechstklässlerinnen und Sechstklässler vor Klassenzimmer N525 und wartete darauf, dass es in der 3. Stunde endlich losging: Pünktlich zum ersten Schneefall fand der diesjährige Vorlesewettbewerb statt, bei dem zwischen allen 6. Klassen der Schulsieger bzw. die Schulsiegerin ermittelt werden sollte. Zu diesem Anlass ließen es sich auch etliche „Fans“ nicht nehmen, ihre Klassenkameradinnen – diesmal traten tatsächlich nur Mädchen gegeneinander an – sogar mit selbst gebastelten Plakaten zu unterstützen.

In einer ersten Runde zogen die Klassensiegerinnen Carlotta Dellinger (6a), Marlena Hof (6b), Maira Müller (6c), Alina Gerstenkorn (6d) und Leonie Mehringer (6e) die Zuhörerinnen und Zuhörer sowie die Jury, bestehend aus einigen Deutschlehrkräften der 6. Klassen, mit spannenden Passagen aus bekannten Jugendbüchern in ihren Bann und gaben eine erste Kostprobe ihres Könnens. Bereits hier zeichnete sich ab, dass die Entscheidung für die Jury schwierig werden würde, da die Kinder bestens vorbereitet waren und über hervorragende Lesetechnik und Interpretationsgabe verfügten.
Die nächste Hürde stellte der Vortrag einer unbekannten Textstelle, in diesem Jahr aus Michael Endes Klassiker „Die unendliche Geschichte“, dar. Hier galt es, antizipierend vorlesen zu können und die Fähigkeit unter Beweis zu stellen, sich auf die fremde Handlung und deren Protagonisten schnell einstellen zu können. Doch auch in dieser Runde lagen die Klassensiegerinnen nahezu gleichauf, da alle die genannten Fertigkeiten besaßen.

Länger als sonst diskutierte die Jury im Anschluss an den Wettbewerb und wog Stärken und Schwächen aller Teilnehmerinnen ab. Auch wenn es letztlich nur Nuancen waren, die über den Sieg entschieden, war das Ergebnis am Ende doch eindeutig. So durfte Herr StD Kaletta, der stellvertretend für die Schulleitung die Siegerehrung freundlicherweise übernahm, Maira Müller aus der Klasse 6c gratulieren und ihr, aber auch allen anderen Teilnehmerinnen, tolle Buchpreise überreichen. Maira, so waren sich alle Anwesenden sicher, werde das OvTG beim Kreisentscheid sicherlich würdig vertreten.
Ein herzlicher Dank geht auch in diesem Jahr an die Buchhandlung Kirchheim in Gauting, die uns die Preise freundlicherweise gestiftet hat.

 

Johannes Prosinger, Beauftragung Leseförderung