TUMKolleg: Besuch der Fakultät für Medizin am 30.11.2022

„Emotionales Engagement ist das Wichtigste, wenn man einen Beruf ausübt: Wenn man nicht mit seinem Kopf und Herzblut dabei ist, ist es nicht das Richtige für einen.“

Das war die Message, die bei unserem Besuch der Fakultät für Medizin am Klinikum rechts der Isar am 30.11.2022 vermittelt und auch vorgelebt wurde. Wir haben nicht nur lernen dürfen, wie vielfältig das Fachgebiet Medizin ist, sondern haben auch einmalige und einzigartige Einblicke im Bereich der Chirurgie erhalten.

Zu Beginn des Tages wurden wir von Herrn Prof. Dr. Martignoni, Frau PD Dr. Bachmann und Frau Dr. Schippers am Eingang des Klinikums abgeholt und sehr herzlich begrüßt.

Anschließend stellte uns Frau PD Dr. Bachmann die Präsentation von Herrn Prof. Dr. Janssen, der leider nicht anwesend sein konnte, vor. Mithilfe dieser wurde uns nicht nur erläutert, wie Krebs entsteht und wie genau Tumorbildung aussieht, sondern wir durften uns auch anhand von realen Röntgen- und auch Ultraschallbildern selbst ein genaues Bild machen.

Außerdem wurden uns Forschungsarbeiten von ehemaligen TUMKollegiaten und TUMKollegiatinnen aus dem Bereich der Medizin präsentiert, anhand derer man einmal mehr die Vielfältigkeit und die Bandbreite der Möglichkeiten des medizinischen Bereichs feststellen konnte.

Nach einer abschließenden Einführung in die Hygieneabläufe in dem Klinikum und einem Tipp für angehende Notfallsanitäter: „Der, der am lautesten an einem Unfallort schreit, braucht als letzter Hilfe “, wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe durfte zunächst in den Operationssaal, eine ins Labor und die dritte durfte dem äußerst interessanten und lehrreichen Vortrag von Frau Dr. Schippers folgen.
Zu acht betraten wir tatsächlich den Operationssaal! Natürlich nicht ohne vorher den Prozess der Sterilisierung zu durchlaufen: Hose, Kasack, OP-Schuhe, OP-Haube und Mundschutz. Daraufhin zeigte uns der Chirurg Prof. Dr. Martignoni noch wie wir auch unsere Hände und Arme richtig desinfizieren, damit auch diese sterilisiert sind und ab dem Betreten des Operationsbereichs galt: Keine grünen Sachen mehr anfassen!

Trotz der strengen Hygieneregeln herrschte zu unserem Überraschen eine sehr angenehme Atmosphäre in den OP-Sälen. Wir wurden durch den Bereich, in dem Operationen stattfinden, geführt, bekamen Einblicke in verschiedene Räume und durften Geräte, wie einen intraoperativen Ultraschall, sehen. Aber damit noch nicht genug: wir konnten bei einer richtigen Operation dabei sein! Der leitende Chirurg dieser Operation war ebenfalls ein sehr netter, aufgeschlossener Mensch, der uns zusammen mit Prof. Dr. Martignoni genau erklärte, worum es bei der OP ging: der obere Teil des Magens des Patienten wurde teilweise zu einer Speiseröhre umoperiert. Diesen Vorgang verfolgten wir in einer Phase der Operation mit. Auch die anwesenden Anästhesie-Ärzte ließen uns über ihre Schultern schauen und beantworteten alle unsere Fragen.

Anschließend mussten wir den OP wieder verlassen, aber das Programm ging interessant weiter, und zwar mit einem Vortrag von Frau Dr. Schippers und Frau PD Dr. Bachmann. Diese Präsentation handelte hauptsächlich von uns als Individuen, unseren genetischen Gegebenheiten, wie wir diese „modifizieren“ können (psychosoziale Entwicklung) und der Rolle, die die Fakultät der Medizin und speziell die Klinik und Poliklinik für Chirurgie bei unserem Weg durch das TUMKolleg spielt bzw. spielen könnte.

Parallel dazu ging der andere Teil von uns in das medizinische Labor. Dabei konnten wir zunächst Fragen über den Alltag, die Arbeit und alles, was uns sonst noch interessiert stellen. Danach haben wir noch weitere Geräte, wie einen Schneider für Präparate, kennengelernt. Außerdem durften wir sogar selbst Mäusedärme in Paraffinwachs einschließen. Abschließend haben wir noch mit unterschiedlichen Mikroskopen verschiedene medizinische Präparate betrachtet und darin Strukturen bestimmt.

Zuletzt organisierte das Klinikum für uns ein Mittagsbuffet, so dass bei einer lockeren Atmosphäre viele Fragen gestellt und auch beantwortet werden konnten.

Wir bedanken uns im Namen des TUMKollegs ganz herzlich bei Herrn Prof. Dr. Martignoni, Frau PD Dr. Bachmann, Frau Dr. Schippers, Herrn PD Dr. Neumann und Frau Cira für diesen wahnsinnig interessanten und lehrreichen Tag! Nicht nur für die Organisation und die Mühe, die hinter diesem Tag steckt, sondern auch für den herzlichen Empfang, die Offenheit und natürlich das leckere Mittagessen.


Sude Cakar und Patrick Plechinger für das TUMKolleg Q11