Erasmus-plus-Austausch nach Tata

Kultur kennenlernen und dem Klimawandel begegnen. Als Teil unseres Erasmus Projekts „technology of climate change“ besuchte die 10b unserer Partnerschule in Ungarn.

Am Sonntag, dem 09. Oktober 2022 um 09:30 Uhr, fuhren wir, die Klasse 10b, mit dem Zug vom Münchener Hauptbahnhof nach Ungarn, um dort am fünftägigen Austauschprogramm Erasmus+ zum Thema „Technology of Climate Change“ teilzunehmen. Nach circa 6 1/2 Stunden Zugfahrt durch Deutschland, Österreich und Transdanubien kamen wir an unserem Ziel, der kleinen Stadt Tata, die ungefähr 60 km westlich von Budapest liegt, an. Am Bahnsteig wurden wir von unseren Austauschpartnern und deren Familien begrüßt und herzlich in Empfang genommen. Kurz darauf waren wir alle unterwegs zu den jeweiligen Wohnstätten der Gastfamilien, bei denen wir die nächsten fünf Tage verbringen sollten. Den ersten Abend verbrachten wir in unseren Gastfamilien und lernten diese sowie deren Lebensweise und Kultur kennen.

Am Montag ging es für uns früh los. Wir trafen uns alle im Eötvös József Gimnázium és Kollégium, wo wir von einer Rede der Schulleiterin und einer kurzen Musikeinlage begrüßt wurden. Danach lernten wir die Austauschpartner durch ein paar Kennenlernspiele besser kennen. Nach einer kurzen Pause erklärten uns die am Austauschprogramm beteiligten ungarischen Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klasse ihre Experimente, die sie im Voraus zum Thema „Climate Change“ vorbereitet hatten. Zum Mittagessen gingen die deutschen Schülerinnen und Schüler in ein nahe der Schule gelegenes Restaurant, in dem uns die ganze Woche über ungarische Spezialitäten serviert wurden. Am frühen Nachmittag versammelten wir uns alle in der Turnhalle zu sportlichen Aktivitäten wie Staffelläufen oder Tauziehen. Nach der kleinen Sporteinheit gingen alle deutschen und ungarischen Schüler zu einem nahe gelegenen Park, um dort bei zuvor bestellter Pizza miteinander zu reden. Am Abend ging es zurück in die Familien und ein erster richtiger und erlebnisreicher Austauschtag endete.

Am Dienstag wurde uns die Umgebung des Gymnasiums mit einer Führung im nahegelegenen Esterházy-Schloss und einem Rundgang durch Tata nähergebracht. Durch die Führung erfuhren wir viel über die Entwicklung von Tata sowie unter anderem auch über die vorübergehende Nutzung des Schlosses als Krankenhaus und Gefängnis. Bei unserem Spaziergang durch Tata stellten wir Schülerinnen und Schüler uns gegenseitig einige Sehenswürdigkeiten - wie einen Wasserturm, eine Höhle oder den englischen Garten - vor, die uns am Vortag zugeteilt worden waren. Nach einem anstrengenden Tag gingen einige Schüler mit ihren Austauschpartnern zum Bowlen, andere fuhren an die Donau, die dort gleichzeitig die Grenze zur Slowakei bildet, und wieder andere machten einen Spieleabend. Durch den anstrengenden aber zugleich wunderschönen Tag fielen wir am Abend alle erschöpft in unsere Betten und so endete bereits der zweite Tag des Austauschprogrammes.

Mittwoch war der „Projekttag“. Am Vormittag beschäftigten wir uns mit physikalischen und chemischen Versuchen zum Thema „Climate Change“ und machten dazu zwei „Escape-Rooms“, bei denen wir recherchieren, rechnen und nachdenken mussten. Danach gab es ein leckeres Mittagessen und am Nachmittag wurden wir in neun Gruppen, bestehend aus ungarischen und deutschen Teilnehmern, eingeteilt und arbeiteten an verschiedensten Projekten mit den Themen Solarkochen, Wasserkraft, Mobilität und klimafreundliches Wohnen. Nach circa zwei Stunden Projektarbeit ging es für uns in unseren Aufenthaltsraum, wo wir bereits von einem Tanzlehrer erwartet wurden. Dieser hatte die herausfordernde Aufgabe, uns den ungarischen Volkstanz näher zu bringen. Nach zwei witzigen Stunden Tanzen gab es als Abendessen ein paar belegte Brote sowie ungarische Snacks. Es folgte eine kleine Party, danach ging es für uns zurück zu den jeweiligen Familien und ein weiterer erlebnisreicher und schöner dritter Tag endete.

Der Donnerstag stellte für Viele das „Highlight“ des Austauschprogrammes dar. Es ging mit dem Bus nach Budapest, in die Hauptstadt von Ungarn. Nach circa 60 Minuten Fahrt erreichten wir unser erstes Ziel, zwei Universitäten. Dort teilten wir uns in Gruppen auf und besuchten verschiedene Labore und Präsentationen. So bekamen wir in der ersten Universität eine Vorstellung zum Thema „Wellen“ und lernten dort, wie sie entstehen, wie sie sich ausweiten und was der Klimawandel für eine Auswirkung z.B. auf den „Jet-Stream“ hat. In der zweiten Universität bekamen wir eine Präsentation zum Thema „Wind“. Wir erfuhren etwa, wie man ein Gebäude windgerecht baut, wie man die Dicke von Seilen ausmessen/ausrechnen kann, damit diese dem Wind standhalten können, und durften uns am Ende der Präsentation sogar in einen Windkanal stellen. Das war ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Nach einer kurzen Mittagspause mit den zuvor gepackten Lunch-Paketen und ein paar Fotos ging es für uns weiter ins Zentrum von Pest. Dort wurden wir vom Busfahrer am Heldenplatz abgesetzt und hatten etwa eine Stunde freie Zeit bis unsere Stadtführerin eintraf. Die Führung begann mit einer kurzen Tour zu verschiedensten Gebäuden in der Nähe des Heldenplatzes. Danach ging es für uns zu der Shoppingmeile von Budapest, wo wir wieder circa 45 Minuten freie Zeit bekamen, um Souveniers oder andere Sachen zu kaufen. Danach fuhren wir mit dem Bus auf die andere Seite der Donau, nach Buda, wo wir zum Palast und zum Gebäude des Ministers gingen. Am Platz vor der Matthiaskirche bekamen wir erneut etwas freie Zeit und erkundeten die Stadt „auf eigene Faust“. Langsam wurde es dunkel und wir machten uns auf den Weg zum Treffpunkt, wo der Bus bereits auf uns wartete, um uns eine Stunde später wieder in Tata abzusetzen. Da wir am nächsten Tag bereits früh die Heimreise antreten mussten, packten wir unsere Sachen zusammen und genossen ein letztes Abendessen mit den Gastfamilien.

Am Freitag ging es für uns früh zum Bahnsteig in Tata, wo wir uns von den ungarischen Teilnehmern des Austauschprogramms und den Gastfamilien verabschiedeten, um unseren Zug nach Györ zu nehmen. Von Györ aus ging es dann nach einem Umstieg über Wien, Linz und Salzburg zurück nach München. Dort kamen wir gegen 15:30 Uhr an.

Es war ein tolles Erlebnis. Wir sind dem Eötvös József Gimnázium és Kollégium, den Gastfamilien und unseren Austauschpartnern sehr dankbar dafür, dass sie uns so nett und freundlich aufgenommen und in ihre Kultur und Lebensweise eingeführt haben. Jetzt freuen wir uns auf den Gegenbesuch unserer ungarischen Austauschpartner und auf die Fortführung des Erasmus+-Projekts zum Thema „Technology of Climate Change“ in Gauting Anfang Februar 2023.


Jarla Domeier, 10b