Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!

In diesem Schuljahr konnte nach zweijähriger Corona-Zwangspause die Berlinfahrt glücklicherweise wieder stattfinden. Vom 4. bis 8. Juli besuchten alle 10. Klassen unsere Hauptstadt.

Es folgt ein Erfahrungsbericht aus Sicht der Klasse 10D:

Die Reise nach Berlin war -  man kann es nicht anders sagen - ein Erfolg auf ganzer Linie. Der Großteil der aktuellen zehnten Jahrgangsstufe wird sicher zustimmen, dass wir am Ende der Woche geschichtlich und geographisch gebildeter, mit neuen Insidern versorgt und definitiv eine fantastische Erfahrung reicher die Rückkehr angetreten haben.

Alles begann am Münchner Hauptbahnhof, wo wir uns trafen und gemeinsam in den ICE stiegen – die Angst, dass wir uns über zwei Tage lang mit dem 9€-Ticket in verschiedenen Regionalzügen durch ganz Deutschland schlängeln müssten, blieb im Endeffekt zum Glück unbegründet. Nach der Zugfahrt, die von langen Wanderungen zum Bordbistro (gegen welche „In 80 Tagen um die Welt“ wohl kaum ankommt) geprägt war, kamen wir dann in unserer Hauptstadt an. Nach Bezug und Besichtigung unseres Hotels sowie einer von allen Klassen separat durchgeführten Fotorallye ging der erste Tag des Hauptstadt-Abenteuers zu Ende.

Am nächsten Morgen folgte die Besichtigung des Bundestags und der Genuss des dazugehörigen Ausblicks von der Kuppel, welcher praktischerweise von einem Audio Guide begleitet wurde, der genauestens erklärte, warum, wie hoch und von wem die zu sehenden Bauwerke konstruiert wurden (Wer es noch nicht wusste: der Berliner Fernsehturm ist 368 m hoch). Anschließend waren wir zusammen mit der Klasse 10E zu einem prägenden Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im BMBF, Thomas Sattelberger, eingeladen. Hier erhielten wir interessante Einblicke in den Alltag eines Abgeordneten und diskutierten angeregt über die Bedeutung und Zukunft verschiedener Forschungszweige in Deutschland. Beendet wurde der Dienstag dann mit einer Bootsfahrt auf der Spree und anschließendem Freilauf mit Futtersuche im Stadtteil Kreuzberg.

Am Mittwoch standen als Tagesordnungspunkte die Besichtigung des Stelenfelds und die Ausstellung im „Ort der Information“ darunter sowie der Besuch des GRIPS-Theaters an. Das Stück „NASSER#7Leben“ erzählt die tragische und leider wahre Coming-of-Age-Geschichte eines Menschenrechtsaktivisten, dessen Familie seine sexuelle Orientierung aufgrund ihrer Auslegung des Islam nicht akzeptiert.

Der Donnerstag startete zusammen mit der Klasse 10C mit einer Führung im Olympiastadion, welches gerade für ein Konzert der Band Coldplay umgebaut wurde. Unglücklicherweise durften wir kein Stück des Rasens als Trophäe mit nach Gauting bringen, obwohl dieser nach dem Konzert so oder so ersetzt werden muss. Anschließend wurde uns (sowie der Klassen 10A und 10B) noch das Privileg einer Führung in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen teil, bei der uns ein Zeitzeuge durch die Räumlichkeiten der Anlage führte und von den ausgeübten Strategien der damit verbundenen mentalen Folter berichtete. Der letzte Abend endete mit einem gemeinsamen Essen in einem kleinen italienischen Restaurant, was den Abenteuern in Deutschlands größter Stadt ein abrundendes Ende verlieh.

Am Freitag blieb dann nur noch die Heimreise, die von vielen als Gelegenheit genutzt wurde, um Schlaf nachzuholen. Nach einer rührenden und epischen Abschlussrede am Münchner Hauptbahnhof wurden wir in die Freiheit entlassen und traten, bereichert um neue Erfahrungen und viel Gesprächsstoff für unsere Familien, den Weg in Richtung Gauting an.

Die Berlinfahrt war nicht perfekt. Nichts ist perfekt. Sie war aber deutlich näher an Perfektion als erwartet. Der größte Minuspunkt war wohl die Tatsache, dass die Fahrt enden musste und dass wir nicht noch eine weitere Woche für das Coldplay-Konzert in Berlin bleiben konnten.


Vitus Leibnitz (Artikel) und Jakob Klinger (Fotos) in Zusammenarbeit mit Amanda Weindl