Vernissage zu „1948. Die Ausstellung - Wie der Staat Israel entstand“

Den Auftakt zum zweiwöchigen Israel-Schwerpunkt mit Veranstaltungen zu Geschichte und Gesellschaft des Landes bildete am Montag, den 2. Dezember die feierliche Eröffnung der Ausstellung „1948. Die Ausstellung - Wie der Staat Israel entstand“.

Eingeleitet durch traditionelle Klezmer-Melodien des ‚Straßenmusik-Ensembles‘ des OvTG unter der Leitung von Elisabeth Buchner begann die Feierstunde.
In ihrer Begrüßungsrede stellte unsere Schulleiterin, Frau Sylke Wischnevsky, das P-Seminar Israel vor und erklärte, wie wichtig es sei, dass die jüngere Generation die Erinnerung an die Geschichte Deutschlands in der Zeit der NS-Gewaltherrschaft aufrechterhalte, damit sich diese niemals wiederholen könne. Sachliche Informationen seien hier der Schlüssel, um gegen Rassismus anzukommen. Sie erinnerte dabei auch an den Gedenkakt im Landtag 2015, als Gautinger Schülerinnen und Schüler, stellvertretend für ihre Generation, ganz in diesem Sinne ein Versprechen ablegten, die Vergangenheit nicht zu vergessen und im eigenen Handeln die Zukunft so zu gestalten, dass Rassismus, Ausgrenzung und Gewaltherrschaft in unserer Gesellschaft keinen Platz finden. So vereine auch das P-Seminar Israel die intensive Erinnerungsarbeit zur Geschichte des Holocaust mit einem Blick nach vorn, in dem es die Jugendlichen aus Gauting und Givat Brenner im Rahmen unseres Schüleraustausches zusammenführe.

Die Erste Bürgermeisterin Gautings, Frau Dr. Kössinger, knüpfte hier an und verdeutlichte, dass das Schließen von Wissenslücken essentiell für das Vorgehen gegen Rassismus sei und dieser Kulturaustausch bestehende Vorurteile aus dem Weg schaffen solle. Deutschland muss weiterhin aufkommenden Antisemitismus verhindern und dabei den israelischen Staat in seinem Existenzrecht unterstützen.

Auch Herr Dr. Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, betonte, dass Antisemitismus noch immer ein Problem in der heutigen Zeit sei und wir dies nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Jedoch halte er Kritik an Israel und seiner Politik für notwendig und berechtigt - dafür sei aber Aufklärung über das Thema wichtig. Antiisraelische Propaganda wie die Dämonisierung der israelischen Armee werde weiterhin verbreitet und die einzige Waffe dagegen sei gründliche Recherche und die Analyse der Fakten. Hier bedankte er sich auch bei dem Zeitzeugen Abba Naor, der seit Jahren von Schule zu Schule reist, um seine Geschichte Schülern zu erzählen und sie über das Leben während des Holocaust zu informieren.

Schließlich gab der Historiker Herr Dr. Osterer, Präsident des Vereins DEIN und einer der Wissenschaftler, die die Ausstellung konzipiert und erarbeitet haben, eine inhaltliche Einführung in die Ausstellung, bei der er besondere Aufmerksamkeit auf die lange zurückgehenden Konflikte zwischen Arabern und Israelis legte. Die Gründung Israels sei ein langwieriger und komplizierter Prozess gewesen und sei noch heute heftig umstritten. Doch um diese Debatte zu führen, sei auch die Aufklärung über den geschichtlichen Hintergrund der Staatsgründung notwendig und genau dieser wird in der Ausstellung vom 2. bis 13. Dezember präsentiert.
Einen würdigen Rahmen bildete eine weitere Klezmer-Melodie des ‚Straßenmusik-Ensembles‘ des OvTG.

Zum Abschluss bedankte sich Herr Greif, verantwortlicher Leiter des Israel-Seminars und des Austauchprogramms, nicht nur bei den Musikern und den vier  Vortragenden des Abends, sondern auch bei allen Beteiligten, die in den letzten Jahrzehnten gemeindliches und bürgerschaftliches Engagement in der Erinnerungsarbeit zusammengeführt und damit auch den Austausch in seiner konzeptionellen Verquickung von Erinnerungsarbeit und Jugendbegegnung vorbereitet hätten. Besonders herzlich dankte er dabei allen Vertretern der Schulfamilie – Sachaufwandsträger, Schulleitung, Eltern und nicht zuletzt den Schülerinnen und Schülern - die mit großem Vertrauen in das Konzept des Austauschs Häuser und Herzen öffnen und so dem Austausch jedes Jahr wieder neu beleben und für die Nachhaltigkeit des Konzeptes sorgen.
Ein kleiner Empfang und ein Gang durch die Ausstellung mit anregenden Gesprächen beendeten den Abend.

Nele Nowak & Chiara Hülshoff für das P-Seminar Israel (Q11)