Schüleraustausch mit Israel – Unser Besuch im Oktober 2019

Der Schüleraustausch mit unserer Partnerschule im Kibbuz Givat Brenner ist schon seit Jahren fester Bestandteil des Fahrtenprogramms des OvTG und wird seit fünf Jahren durch ein P-Seminar inhaltlich wie organisatorisch vorbereitet.

Am 23. Oktober 2019 begann unsere Reise mit dem Flug von München nach Tel Aviv, Israel. Dort angekommen wurden wir überaus herzlich von unseren israelischen Austauschpartnern empfangen, die wir ja bereits von ihrem Aufenthalt im Juli in Deutschland sehr gut kannten. Nach der Begrüßung verschlug es uns gemeinsam in Rehovot in ein populäres Straßenrestaurant, in dem wir zu unserer Überraschung auch einschlägig deutsche Kost wie Schnitzel auf der Karte fanden. Wenn man freilich an die ursprünglichen Herkunftsländer der heute in Israel lebenden Menschen denkt… Im Anschluss daran trafen wir dann zum ersten Mal auf unsere Gastfamilien, die jeden einzelnen herzlich willkommen hießen.

Die ersten Tage verbrachten wir damit fleißig die israelisch-jüdische Kultur zu erforschen. Sowohl zuhause in Gesprächen mit Gastfamilie und Austauschschülern, als auch mit interessanten Tagesausflügen. Der erste Tagesausflug mit unserem privaten Reisebus führte uns in die Altstadt von Jerusalem. Hier beeindruckten uns besonders die Klagemauer und die Grabeskirche mit dem Grab Jesu. Der nächste Tag führte uns nach Jaffa. Dort durchquerten wir die Straßen der alten, arabisch geprägten Hafenstadt Jaffa und fanden uns nach einem Spaziergang in der direkt anschließenden pulsierenden Metropole Tel Aviv wieder. Geführt wurde diese Tour von Shlomi Chanoch, der sich als Angehöriger der sog. 2. Generation der Versöhnungs- und Jugendarbeit widmet und damit das Lebenswerk seines Vaters und Holocaust-Überlebenden Uri Chanoch weiterführt. Shlomi hatte bereits im Mai unsere Schule für einen Vortrag besucht, war also bereits ein alter Bekannter. Der Spaziergang endete im Gedränge des Carmel-Marktes, auf dem sich alle Leckereinen des Orients finden ließen.
Am Abend teilten wir den jüdischen Brauch, zum Auftakt des Shabbat ein ausgiebiges Essen mit der Familie zu veranstalten. Den Shabbat selbst, der in Israel als heiliger Tag gilt, verbrachten wir in den Gastfamilien.
Am Sonntag machten wir uns vom Westen des Landes auf nach Masada, einer beeindruckenden Palastfestung Herodes‘ des Großen hoch über dem Toten Meer - welches wir natürlich ‚von Innen‘ besichtigten. Das besondere Gefühl der Schwerelosigkeit im dem stark salzhaltigen Wasser war für uns alle eine besondere Erfahrung, die wir nicht missen wollen.
Ziel unserer Tagesetappe war ganz im Süden des Landes die Küstenstadt Eilat, die am Roten Meer liegt. Da Israel ein flächentechnisch kleines Land ist, brauchten wir für diese Reise nur einige Stunden. Die Zeit in Eilat verbrachten wir mit Schnorcheln im nördlichsten Korallenriff der Welt im Roten Meer und mit einem Kamelritt durch die Wüste, abgerundet durch ein Beduinenmahl mit frisch gebackenem Fladenbrot. Zusätzlich besuchten wir noch den Timna-Nationalpark mit seinen spektakulären Sandsteinformationen, durchquerten die Wüste Negev mit Stopps am Makhtesh Ramon, einem riesigen Erosionskrater, und in Sde Boker, wo wir das Grab des Staatsgründers David Ben-Gurion besuchten, bevor wir unsere Austauschschüler wiedersahen. Unsere Rückkehr wurde dann mit einem gemeinsamen Burger-Essen gefeiert.

Der nächste Tag war leider auch schon der letzte. Bei einem Besuch an der Givat Brenner Regional High School reflektierten Schülerinnen und Schüler beider Gruppen noch einmal über die prägenden Erlebnisse im Austausch, bevor wir abschließend in Jerusalem die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchten, die uns emotional ergriff, insbesondere die Gedenkstätte für die im Holocaust ermordeten Kinder. Ein Besuch an der Kriegsgedenkstätte in Har Adar und ein arabisches Essen in Abu Gosch beendeten den langen Exkursionstag. Den Abend verbrachten wir gemeinsam bei einem opulenten Abschiedsfest im Hause eines unserer Gastgeber. Um Mitternacht hieß es dann Abschied nehmen, verbunden mit dem Versprechen auf ein baldiges Wiedersehen. Den Rest der Nacht verbrachten wir auf dem Flughafen, da unsere Maschine bereits um 6 Uhr morgens startete und uns gegen 11 Uhr wieder nach München brachte.

Zusammenfassend sind wir alle sehr glücklich, dieses P-Seminar gewählt zu habe. Wir hatte eine sehr nette Reisegruppe, angeführt von Herrn Greif und Herrn Weikmann, und wir sind dankbar für die vielen interessanten, neuen und auch prägenden Erfahrungen. Wir haben zudem wertvolle Freundschaften gewonnen und hoffen diese möglichst lange zu erhalten.

Elena Grosch, Julia Kölker, Tatjana Muser für das P-Seminar Israel (Q12)