Rettet die Bienen!

Habt ihr alle schon mitbekommen, dass die Bienen in Gefahr sind? Sie sind vom Aussterben bedroht und in Japan soll es schon gar keine Bienen mehr geben. Keine Bienen bedeutet keine Bestäubung und das bedeutet keine Früchte.

Was sollen wir dann essen? In Japan werden die Blüten deshalb angeblich schon von Hand bestäubt und das gelingt aber nur so mäßig gut, denn die Bäume dort tragen deutlich weniger und viel kleinere Früchte. Deshalb haben wir, die Klasse 6d, uns dazu entschlossen, die Bienen zu retten! Dazu haben wir ein Projekt gestartet und Bienenhäuser für Wildbienen gebaut, die wir im Schulgelände aufstellen werden, sobald es Frühling wird. Zusätzlich wollen wir Wildblumen und Kräuter pflanzen, damit unsere Wildbienen etwas zu fressen haben. Hoffen wir, dass die Wildbienen sich bald in unseren Häusern einnisten werden.
Vielleicht habt ihr ja auch Lust, den Bienen zu helfen und wollt auch so ein Wildbienenhäuschen bauen und in eurem Garten aufstellen. Es ist ganz einfach und wie das geht, verraten wir euch gerne.

Ihr benötigt an Material:
Eine Holzplatte 46x34x2cm (HxBxT) für die Rückwand
Zwei abgeschrägte Holzbretter 46x10x2cm bzw. 44x10x2cm für die Seitenwände
Ein Holzbrett 30x7x2cm als Zwischenwand
Zwei Holzlatten à 34x13x2cm für das Dach
Zwei Winkel, um das Dach zu befestigen
Einen Holzklotz 30x10x10cm
Etwa 15 Kiefernzapfen
Ca. 15 Schilfbündel, 9cm lang
Drahtgeflecht, z.B. für einen Kaninchenstall
Dachpappe
Holzschrauben 4cm (12 Stück) und 8cm (4 Stück) lang
Nägel, ca. 17 Stück
Alle Holzbretter haben wir übrigens aus einem nicht mehr benötigten Regal zugeschnitten.
An Werkzeug braucht ihr:
Einen geladenen Akkuschrauber mit passendem Aufsatz für die Schrauben
Einen Hammer
Schleifpapier mit unterschiedlicher Körnung
Rundfeilen, verschieden dick
Zwei Schraubzwingen
Eine Drahtschere
Einen Tacker

Und so wird das Wildbienenhäuschen gebaut:

Zuerst wird die Rückwand auf den Tisch gelegt und die Seitenwände senkrecht auf die lange Seite gestellt, sodass die lange Seite der Seitenwand jeweils die Rückwand berührt. Jetzt kann man die Seitenwände mit vier kürzeren Holzschrauben von außen mit dem Akkuschrauber an die Rückwand schrauben. Danach nimmt man den Holzklotz und bohrt verschieden tiefe und verschieden dicke Löcher hinein. Achtung! Die Löcher sollten nicht durch das Holz ganz durchgebohrt werden! Hinterher muss man alle Löcher aber schön glatt feilen, damit sich die Wildbienen beim Hineinkriechen nicht an den scharfen Kanten verletzen können. Den Holzklotz mit den Löchern legt man jetzt unten zwischen die Seitenwände an die Rückwand und schraubt ihn von außen mit vier langen Schrauben an den Seitenwänden und an der Rückwand fest. Als nächstes befestigt man das Zwischenstück mit vier kürzeren Schrauben so, dass es vorne bündig ist und hinten etwa 1cm von der Rückwand absteht. Nun kann man das Dach mit den Winkeln befestigen. Dazu fixiert man die Winkel zunächst mit zwei Schrauben an der kürzeren Seite des Daches, sodass sie zur Mitte schauen. Dann wird das Dach mit den Winkeln mit vier kürzeren Schrauben an die Schräge Seite der Seitenwände geschraubt. Wenn das Dach leicht schief sitzt, wurde bis jetzt alles richtig gemacht! Als nächstes müssen die Schilfbündel mit den Rundfeilen sorgfältig abgeschliffen werden, wieder um die Verletzungsgefahr der Wildbienen zu minimieren, und dann mit der glatt geschliffenen Seite nach vorne in den Bereich über dem Holzklotz geschichtet werden. Anschließend verschließt man die Zwischenräume mit Lehm. Das gibt besseren Halt und der Geruch soll die Wildbienen anlocken. Die Kiefernzapfen legt man in den oberen Bereich unter dem Dach ein. Zuletzt werden Schilf und Kiefernzapfen noch mit dem Drahtgeflecht fixiert, damit sie nicht herausfallen können. Dazu schneidet man sich aus dem Drahtgeflecht mit der Drahtschere die passende Größe zu und befestigt sie mit dem Tacker an den Seitenwänden. Für einen noch besseren Halt, schlägt man mit dem Hammer noch ein paar Nägel zusätzlich ein, am besten drei an jeder Seitenwand und noch einmal drei am Zwischenstück. Zum Schluss muss man noch die Dachpappe am Dach befestigen, damit das Bienenhäuschen vor Feuchtigkeit geschützt ist und nicht so schnell verwittert. Dazu schneidet man sich aus der Dachpappe ein passendes Stück zurecht und legt es über die Holzplatten am Dach. Zuletzt nagelt man die Dachpappe fest, die überstehenden Enden klappt man um und nagelt sie ebenfalls fest. Jetzt hat man ein komplett selbstgebautes Wildbienenhaus!
Noch ein paar Tipps zum Schluss: Die Bienen mögen es, wenn das Haus nahe am Boden steht, also könnte man es auf Ziegelsteine stellen, die zusätzlich Hohlräume zum Verstecken vor Feinden bieten. Am besten ist es natürlich, wenn man das Häuschen in der Nähe von Blumen oder Kräutern aufstellt, damit die Wildbienen es nicht so weit zur Nahrungssuche haben.  

Mit unserer Aktion haben wir übrigens als Klasse am Weltretterprojekt der Zeitschrift „Die Zeit Leo“ teilgenommen und unser Wildbienenprojekt eingereicht. Hoffen wir, dass wir gewinnen! Aber selbst wenn nicht, die Aktion hat uns allen riesigen Spaß gemacht und wir hoffen sehr, dass wir unseren Beitrag dazu geleistet haben, die Bienen zu retten! Übrigens, Wildbienen stechen nicht, ihr braucht also keine Angst vor ihnen zu haben. Sie produzieren auch nur Honig für ihre Nachkommen, also könnt ihr auch keinen Honig für euch erhoffen. Aber Wildbienen sind nützliche Schädlingsbekämpfer und wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt. Außerdem sehen die Wildbienenhäuschen auch noch sehr hübsch aus, findet ihr nicht?

Nils Barth, Klasse 6d

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Und hier findet ihr noch ein Interview, das wir mit Frau Hauptmann geführt haben, um uns vor dem Bau unserer Häuschen über Wildbienen zu informieren:

Interview der Klasse 6d mit Frau Hauptmann zum Thema Wildbienen

Bei unserem Weltretter-Projekt für die Zeitschrift „Die Zeit Leo“, an dem unsere Klasse 6d teilgenommen hat, wollen wir gegen das Aussterben der Wildbienen kämpfen. Wir wollen Bienenhäuschen bauen, um den Wildbienen ein sicheres Zuhause zu geben. Da wir zu diesem Thema noch ein paar Fragen hatten, führten wir ein Interview mit Frau Hauptmann, die uns gerne Auskunft gab:

Matteo Wadlinger: Produzieren Wildbienen Honig??

Fr. Hauptmann: Honigbienen produzieren viel Honig aus dem Nektar von Blüten. Die Wildbienen jedoch, geben Pollen und Nektar direkt an ihren Nachwuchs.

Matteo Wadlinger:    Wo sollte man ein Wildbienenhaus aufstellen?

Fr. Hauptmann: Bodennähe wäre für die Wildbienen besser, außerdem lieben die Wildbienen
Totholz. Dazu wären kleine Ästchen, die innen hohl sind, vorteilhaft für das Haus. Dazwischen sollte man allerdings die Lücken mit Lehm und Erdmaterial füllen, was die Wildbienen für den Verschluss ihrer Niströhren brauchen.

Matteo Wadlinger: Und wie sollte man es aufstellen?

Fr. Hauptmann: Das ist eigentlich relativ egal. Mit dem Rücken zum Wind ist es evtl. aber besser.

Matteo Wadlinger: Nisten sich die Wildbienen von alleine an??

Fr. Hauptmann: Wenn alles gut läuft schon.

Matteo Wadlinger: Wie schützt man das Wildbienenhaus am besten vor Zerstörung?

Fr. Hauptmann: Man sollte Vertrauen haben, dass niemand mutwillig so ein Wildbienenhaus
zerstört. Wenn man aber auf Nummer sicher gehen will, kann man es auch umzäunen. Zum Schutz der Bienen sollte man noch die Ästchen bzw. das Schilfrohr abschleifen, weil sich die Wildbienen daran sonst insbesondere an den Flügeln verletzen könnten. Ihr könnt auch noch im Internet danach recherchieren, welche Wildbienenarten in unsere Gegend am häufigsten vorkommen und auf welche Pflanzen sie spezialisiert sind.

Matteo Wadlinger: Welche Pflanzen lieben unsere heimischen Bienen denn besonders?

Kjell Dittrich (Mitschüler): Das habe ich im Internet recherchiert! Am liebsten mögen unsere
heimischen Wildbienen Kräuter wie Oregano oder Thymian. Aber auch heimische Wildblumen sollten wir pflanzen, die mögen sie auch und sie dienen zur Abwechslung.

Matteo Wadlinger, 6d