Römertage am OvTG

Am 23. und 24. April durften einige fünfte und sechste Klassen die römische Kultur bei den „Römertagen“ näher kennenlernen. Diese wurden von dem Archäologen Bernhard Bischler, der normalerweise Führungen in der archäologischen Staatssammlung München gibt, organisiert und durchgeführt.

Am ersten Tag erfuhren die Fünftklässler einiges über die Germanen und Kelten sowie die Varusschlacht. Außerdem konnten sie selbst eine echte Legionärsausrüstung inklusive Helm und Schild anprobieren. Im Anschluss hatten die Kinder die Möglichkeit, mit einem Griffel Gläser mit dekorativen römischen Mustern zu gravieren.

Am zweiten Tag drehte sich alles um das Thema römische Küche. Zunächst berichtete der Archäologe den Kindern von der Ernährung im alten Rom, die im Jahr 600 v. Chr. hauptsächlich aus Getreide und Fleisch bestand, ab ca. 100 v. Chr. kam noch Fisch hinzu. Besonders erstaunt waren die Sechstklässler, dass Muränen damals als Delikatesse galten und in Becken gehalten wurden, wo sich die Sklaven um sie kümmern mussten. Anschließend erzählte der Referent von dem berühmtesten römischen Kochbuch „De re coquinaria“ des Apicius, durch das viele Rezepte von damals erhalten geblieben sind, das jedoch keine Mengenangaben für die Zutaten enthält. Nach diesen Rezepten sollten die Kinder dann ein dreigängiges Menu kochen. Zunächst stellte der Archäologe jedoch noch einige der bereitstehenden Zutaten vor, unter anderem die römische Fischsoße „Garum“, die aus Fisch, Knoblauch und Meersalz besteht und ein fester Bestandteil der römischen Küche war. Die Kinder durften auch daran riechen und später sollte sie auch in eines der Gerichte kommen. Beeindruckt waren die Zuhörer an dem Vortrag vor allem von dem römischen „Triclinium“, an dem in der antiken Stadt Herculaneum sogar die Gerichte auf einem Wasserkanal vorbeigefahren kamen, und von der Tatsache, dass es im alten Rom viele der heutigen Nahrungsmittel überhaupt nicht gab, etwa Paprika, Mais und Schokolade. Nun ging es an die eigentliche Zubereitung. Als Vorspeise sollte es Oliven mit Knoblauch und Olivenöl und gekochte Eier geben. Der Hauptgang bestand aus einem speziellen Brot mit Koriander, Gelbwurz und Traubensaft (normalerweise wurde Wein verwendet), dem Linseneintopf „Pisam“ und dem Kräuterfrischkäse „Moretum“, in den Sellerie und gelbe Rüben eingetaucht werden sollten. Die Nachspeise bildeten Trauben und Datteln, denn im alten Rom gab es noch keinen Zucker. Um das Menu zuzubereiten, wurden die Kinder in Gruppen aufgeteilt und begannen eifrig mit dem Schneiden von Oliven, Lauch und Zwiebeln und der Herstellung des Brotteiges. Etwa eine Stunde später war das Essen dann fertig und die Gänge durften nacheinander durchprobiert werden. Die Stimmung war fröhlich und den Kindern schmeckten ihre selbst zubereiteten Gerichte. Insgesamt waren es zwei sehr gelungene Vormittage, von denen die Schüler sicher einiges Interessantes mitgenommen haben.

Alexandra Reichert, Q11