Sommernachtstraum (2011/12)

Wenn Bäume in den Himmel wachsen ...

… so ist das an sich nichts Besonderes.Wenn aber mitten in der Aula des OvTG ein gut 50 Zentimeter dicker Fichtenstamm senkrecht zur Decke ragt, dann kann das nur zwei Gründe haben: Entweder hat Miraculix, der Druide, ein paar in Zaubertrank getränkte Samen fallen lassen – was eher unwahrscheinlich ist – oder bei der Theatercompagnie um Markus Hagenbucher steht wieder einmal eine Premiere ins Haus.
                                                                                    
Dieses Jahr hat man sich Shakespeares Dauerbrenner "Ein Sommernachtstraum" vorgenommen. Nun, an sich kein außergewöhnliches Stück für ein Schultheater, wären da nicht doch ein paar besondere Kleinigkeiten verpackt. Unter der Leitung von Elisabeth Buchner wird das 35-köpfige Schulorchester mit Felix Mendelssohn-Bartholdys Ballettmusik zum Sommernachtsraum die szenischen Bilder untermalen. Außergewöhnlich dürfte auch sein, dass Hagenbucher seine Handwerksburschen aus dem Bayerischen Wald kommen und die "gebildeten" Persönlichkeiten des Stückes zweisprachig agieren lässt. So soll nicht auf die Schönheit der Originalsprache von Shakespeare verzichtet werden, aber auch nicht, dass sich ein Großteil des Publikums von der englischen Sprache abhalten lässt.
Herausgekommen ist eine Verknüpfung des Originals in den Sequenzen, welche die Handlung nicht vorantreiben und eine deutsche Sprache in allen Bereichen, die zum Verstehen des eh schon komplizierten Handlungsstranges von Nöten sind. Wer sich übrigens über die "eingeschlichenen" Personen wundert, hat eben noch nie eine typische Produktion der OvTG-Theatercompagnie erlebt. Wundern Sie sich also nicht, wenn ein kosmisch niedergestreckter Jüngling sich für Cupidos irdischen Stellvertreter hält, eine kleine Hamburger Deern bei den bayerischen Hinterwäldlern gar nicht groß auffällt und ein höchst agiler Wiener Zeitgenosse seinen Mokka schlürft. Für Erklärungen sorgen eine Handvoll höchst attraktiver Hummeln – nun, sie versuchen es zumindest!

Hagenbucher lässt nicht nur drei, sondern gleich vier Spiel- und damit auch Zeitebenen ineinander verschmelzen. Auf die Frage der Inszenierung kann es für die Theatercompagnie nur eine Antwort geben: klassisch! Wer will schon einen Puck als Bankmanager mit Aktenkoffer statt Zauberblume sehen, oder einen Oberon als militanten Skinhead, oder gar eine Titania, die sich ihren Unterhalt als Toilettenfrau verdient? Das ist sicher nicht in Shakespeares Sinne. Auch wenn in dieser Produktion einige Veränderungen vorgenommen wurden, wurden die wesentliche Aussage des Werkes und das Bestreben des Autors in keinster Weise angetastet.

Seit Weihnachten arbeitet das Bühnenbauteam am extrem aufwändigen Bühnenbild mit gleich drei Tempelanlagen und einem leuchtenden Zauberwald. Puck wird teils dem Publikum seine Scherze treiben. Die Technikgruppe musste wegen der umfangreichen Beleuchtungssysteme eine Reihe von neuen Verkabelungen organisieren und Dank der Unterstützung des Fördervereins werden einige neuangeschaffte Geräte wie LED-Leisten für spezielle Lichteffekte und eine Bodennebelmaschine für eine mystische und mythische Stimmung sorgen.
In tagelanger Heimarbeit wurden die Kostüme der 58 Darsteller zum größten Teil komplett eigenständig entworfen und liebevoll von Hand genäht und maßgeschneidert.

Mitträumen kann man am  
Montag, 11. April
Dienstag, 12. April
Mittwoch, 13. April und
Donnerstag 14. April 2011
jeweils um 19:30 Uhr in der
Aula unseres Otto-von-Taube-Gymnasiums.
Wie immer ist der Eintritt frei und wir alle freuen uns darauf, möglichst viele Gäste verzaubern zu dürfen!

Markus Hagenbucher